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Kritik Heimatabend

Bernd Gnann überzeugt in allen Rollen

Ob als Schauspieler, Entertainer, Kabarettist oder Sänger – Der Künstler aus Oberschwaben beweist Humor
Bernd Gnann hat das Publikum in der Turn- und Festhalle Haisterkirch voll im Griff und viele neue Fans.
Bernd Gnann hat das Publikum in der Turn- und Festhalle Haisterkirch voll im Griff und viele neue Fans. (Foto: Rudi Martin)

Von Rudi Martin

Haisterkirch Bernd Gnanns Solo-Kabarettprogramm „Die Made mit Speck“ wurde zu einem Volltreffer in jeder Hinsicht beim Heimatabend am vergangenen Samstag in der Haisterkircher Turn- und Festhalle.

Veranstalter war der Musikverein Haisterkirch, dessen erwartungsfreudiger Vorstandsvorsitzender Markus Spieler zu Beginn das Geheimnis lüftete, wie es gelungen war, diesen im gesamten deutschen Sprachraum aus TV-Reihen und Filmepisoden bekannten Schauspielkünstler in das doch kleine Haisterkirch zu holen: Einem Weihnachtsgeschenk der Ehefrau Gabi mit Karten für eine Bernd Gnann-Veranstaltung in dessen Heimatgemeinde Reichenbach verdanken etwa 250 Gäste den einzigartigen Abend in Haisterkirch. Markus Spieler hatte in Reichenbach, das Luftlinie keine 20 Kilometer entfernt ist, spontan die Zusage für einen Herbsttermin erhalten.

Ein genussreicher Abend für Gaumen, Augen und Ohren war angekündigt worden. Und tatsächlich: Schon das Drei-Gänge-Menü auf den herbstlich geschmückten Tischen kredenzt, durch die aktiven Musiker flott herbeigetragen, wurde zum köstlichen Gaumengenuss. Was dann aber auf der Kleinbühne sowie im Saal von Bernd Gnann und seinem musikalischen Begleiter dem „Russen“ Igor (Musikpädagoge Georg Stankalla) geboten wurde, war Kulturgenuss in vollendeter Form. Bernd Gnann, der schon als 14-jähriger Schüler bei den bekannten Theaterspielen des Studienkollegs St. Johann Blönried mit Hauptrollen glänzte, hat sich zum Hochkaräter in der Schauspielkunst entwickelt. Angeregt dazu wurde er von seinem damaligen Deutschlehrer.

Jetzt präsentierte sich Bernd Gnann in den verschiedensten Rollen als Schauspieler, Entertainer, Humorist, Kabarettkünstler, Heinz Erhardt-Interpret, Sänger – eben als Topunterhalter während etwa zweieinhalb Stunden.

Seine oberschwäbischen Wurzeln bedeuten Bernd Gnann viel, auch jetzt noch im Badischen als Leiter des Karlsruher Kammertheaters. Geprägt von seiner Kindheit in einer bäuerlichen Großfamilie mit sieben Geschwistern und bedeutender Unterstützung durch die vorlesende Oma, gewann er tiefschichtige Kenntnisse und Erkenntnisse über schwäbische Eigenheiten, die er vielfach zum Besten gab. Seine spontanen Reaktionen waren umwerfend. Selbst der Gang eines Besuchers zum WC wird kommentiert. „Muss er nun groß oder klein?“, und schon dirigierte er das mitgehende Publikum zum Song vom „stinkenden Backstoikäs“ nach der Melodie „O Tannenbaum“.

Ein Kurzfilm mit den Gästen

Dass er auch ein sehr guter Kameramann ist, zeigte Gnann mit einem Kurzfilm, den er am selben Abend gedreht hatte. Dabei spielten Ortsvorsteherin Rosa Eisele, BI-Chefin Andrea Hagenlocher und die drei Stammtischler Helle, Mate und Franz in der „Rose“ in Hittelkofen als überraschte Interviewpartner ihre Rollen ganz ungekünstelt und echt. Gnanns vielseitiges Mienenspiel, seine Gesten und Gebärden passten trefflich zu rezitierten Versen und Reimen, ob besinnlich oder heiter.

Lachtränen liefen etlichen Besuchern über die Wangen, so auch bei den Gedichten von Heinz Erhardt wie „Die Made“ oder „Die polyglotte Katze“. Wirklichkeitsechte Geräusche, beispielsweise imitiert aus der Tierwelt ob „miau“ oder „wau-wau“ untermalten das dramatische Ende einer Maus, die durch „Katzenpfotenkraft hinweggerafft“ worden war.

Im Duett sangen die beiden Vortragskünstler auch Lieder, wie das vom „Hähnchen Horst“ und ernteten stets großen Applaus. Als dann gegen 22.30 Uhr Georg Stankalla leise zur eigenen Gitarrenbegleitung „Arrivederci“ anstimmte und sich das Duett schon vor dem Publikum verneigte, schwoll das rhythmische Beifallklatschen und das kräftige Rufen nach Zugaben so an, dass an ein Aufhören einfach nicht zu denken war. Kurz entschwand Bernd Gnann von der Bühne, zog sich ein Kleid über, setzte eine Perücke auf und ergriff unter einem Jubelsturm nochmals das Mikrofon. Wie er dann die zierliche Mireille Mathieu bei der Playback-Darbietung parodierte, war ein abschließender Höhepunkt. „Bernd Gnann war einfach eine Wucht und hat heute viele neue Fans gewonnen“, so das Fazit einer Besucherin.

(Erschienen: 15.09.2013 17:21)

 
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Kabarett: Bernd Gnanns Heimatabend umfasst vielfältige Geschichten

Zusammen mit Georg Stankalla gelingen köstliche Episoden
Bernd Gnann glänzt als Kabarettist bei einem Heimatabened in Altheim.
Bernd Gnann glänzt als Kabarettist bei einem Heimatabened in Altheim. (Foto: Kurt Zieger)

Von Kurt Zieger

Altheim Vor geraumer Zeit war Bernd Gnann mit seiner Hommage an Heinz Erhardt in Altheim zu Gast. Nun präsentierte er seine neueste Produktion „Heimatabend“, bei der er in verschiedene Rollen schlüpfte, um sein kabarettistisches Talent genüsslich ausleben zu können. Die Zuschauer erlebten eine heitere Ein-Mann-Show, bei der das Lachen in keiner Weise zu kurz kam. Allerdings wurde auch deutlich, wie schwierig es ist, den Spagat zu halten zwischen geistreichem Kabarett und der Möglichkeit, ins Derbe abzugleiten.

Bernd Gnann besuchte das Gymnasium St. Johann in Blönried. Bereits im Alter von 15 Jahren spielte er dort zum ersten Mal Theater, da sein Deutschlehrer Thomas Beck das theatralische Potenzial des Schülers erkannt hatte. Diese Veranlagung hat Bernd Gnann zielstrebig in den verschiedensten Sparten bis zu seinem Kammertheater Karlsruhe ausgebaut. Thomas Beck, als Autor von Texten für die Gruppe „D’Gallerie“ ein Begriff, schrieb Bernd Gnann mit dem „Heimatabend“ ein Kabarettstück auf den Leib, das viele Möglichkeiten zu lokaler Ausweitung in sich birgt.

Mit persönlichen Attributen schafft der Kabarettist mühelos den Kontakt zum Publikum, als er nach dem Junggesellenabschied vergeblich seine Braut Gaby sucht. „Rucket se raus!“ ruft er mit einem halbvollen Bierglas in der Hand, doch leider vergebens, obwohl schon jetzt der Ehering am Finger den Blutstrom abdrückt. Daraus entwickelte sich eine Vielzahl nachdenklicher, heiterer und skurriler Episoden, die ihre Wurzeln in oberschwäbischen Dörfern haben. Bernd Gnann zeigt sich als genialer Komiker in Sprachbeherrschung, Mimik und körperlicher Beweglichkeit, der auch vor derben Attributen nicht zurückschreckt. Nach dem „ersten Kontakt zum feindlichen Geschlecht“ mit Hagebutten im Mädchen-T-Shirt war man bald wieder solo, auch im Polo, meinte der Mime. Seither werde er aus Frauen nicht mehr schlau, auch bei der Gaby am Baggersee. Ein zärtliches, deutlich hintersinniges Liebeslied „für sein Zwiebelchen“ brachte wohl das Eis zum Schmelzen. Wesentlichen Anteil daran hatte Georg Stankala als vielseitiger Musiker und Mitgestalter. Er zeigte sein Können an Keyboard und Gitarre ebenso zuverlässig und vielschichtig wie an Akkordeon und Mundharmonika wie auch als Sänger solo und im Duett mit Bernd Gnann.

Bei einem der herausragenden Momente des Programms schlüpfte der Komödiant mit Brille, Hut und Perücke beim abendlichen Mahl mit saure Kuttla mühelos in verschiedene Rollen. Zuviel Pfeffer, zu wenig Essig und unvermeidlich ausgekostetes Schmatzen ergaben lustvolle Beigaben zur Freude vieler Zuschauer. Nach dem Heiratssong in Tirol (In dieser Nacht hast du mir das Glück gebracht) zeigte das Zusammentreffen der Feuerwehr mit dem Wespennest das überschäumende Talent des Komikers. Einer der Höhepunkte jedoch bildete die köstliche Parodie auf den alten Pfisterer, der so gerne bei seiner Beerdigung dabei gewesen wäre: „Wenn du globt werda willst, muascht sterba!“ Hier zeigte sich wahre Kunst eins Kabarattisten, der auch mit leisen Tönen den Nerv des Publikums trifft. Gnanns Zugaben mit seiner Zwillingsschwester und der Parodie auf Mireille Matthieu erzeugten, wie stets, Lachsalven, doch das eigentliche Zusammentreffen von Bernd und Gaby bleibt ein noch lösendes Problem.

(Erschienen: 22.03.2011 13:05)

 

Kritik aus der Rems-Zeitung vom 24.2.2011: „Ein Qualitätsprodukt wie die Bratkartoffel“

Mehr wert als ein Euro
Bernd Gnann in Gmünd

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Gmünder Theaterwerkstatt am Samstagabend, als Bernd Gnann und Ernst Kies ihre Hommage auf Heinz Erhardt zum Besten gaben. Mimisch ausdrucksreich untermalte Gnann die bekanntesten Erhardtschen Gedichte und Lieder, fügte Geschichten aus seiner Heimat hinzu und führte per Video sein Publikum über Gmünds Marktplatz.
Das Publikum genoss die zwei Stunden Erhardtscher Reim- und Sangeskunst, gepaart mit Geschichten aus dem ländlichen Oberland. Bernd Gnann, Schauspieler und Leiter des Karlsruher Kammertheaters, tourt mit den unvergesslichen Versen des Heinz Erhardt durch die Lande. Auf dem Knopfakkordeon begleitet von seinem „Kasachen“ Ernst Kies. „Den habe ich auf der Straße aufgelesen“, stellt er ihn vor, „dort verdient er einen Euro in der Stunde – und die zahle ich ihm auch.“ So komme er auf immerhin 12 Euro die Woche; und das reiche dann doch für den Bus nach Hause, spielt er auf die weit verbreitete Praxis extremer Niedriglöhne an. Virtuos spielt Kies das Akkordeon, begleitet Gnanns Lieder musikalisch und singt mit.
Das Lied „O Gabriele“, reimt sich dann auf Herz und Seele, und endet mit „Mei Zwiebele“. Gnann bleibt in der Mundart, reizt deren Charme aus – und gewinnt damit Herzen und stürmischen Beifall der Zuschauer. Zwischendurch auf Video sein Marsch durchs abendlich beschauliche Gmünd. Nahezu leer ist der Marktplatz, doch erwirbt er letzte Brezeln – Bio – und fragt Passanten nach Brunnen und Kirche. Ein Junggmünder kennt beide nicht – aber ein älteres Paar erteilt die gewünschte Auskunft. Der Marienbrunnen sei’s und die Kirche dem Johannes geweiht – und trotz Gockel auf dem Dach sei diese nicht evangelisch. So mischt er die Klassiker Erhardts mit seinen spontanen Einfällen, bringt aktuelles Geschehen mit auf die Bühne. Er verteilt an die Zuschauerinnen und Zuschauer gelbe Rüben und fordert sie auf, gleichzeitig auf sein Zeichen hinein zu beißen. So verleiht er dem Lied von „Horst dem Hahn“ besondere Würze. Bei „man hat ihn umge…“ ertönt das eindeutige Knacksen, als sich die zahlreichen Zähne ins Gemüse bohren.
Begeistert vom Publikum aufgenommen wurde das wunderbare Lied „Schön ist die Jugend, sie kommt nicht mehr…“. Der Ohrwurm wurde mit voller Inbrunst mitgesungen.
Nicht fehlen durfte das gereimte Werk „Die Made“, Namensgeber der Veranstaltung. „Hinter eines Baumes Rinde wohnt die Made mit dem Kinde…“ tönt Gnann und mit Hilfe kunstvoller Mimik erstehen Bilder tragischen Geschehens. Zum Schluss Gnann im kleinen Schwarzen mit Perücke zum beliebten Karaoke. „Santa Maria“ dudelt es vom Band mit falschen Tönen - der Vortragsstil der „Sängerin“ wird angepasst. Riesiger Beifall für die gekonnte Unterhaltung belohnte Gnann und Kies.
© Gmünder Tagespost 21.02.2011 | harald pröhl

 

 

 
 
 
 
 
 
Drollige Alltagsgeschichten aus Oberschwaben
"Bernd Gnann's Heimatabend" im Karlsruher Kammertheater
Von Rüdiger Krohn "Heimat ist etwas, worauf man bauen kann. " So steht es im Programmheft des Karlsruher Kammertheaters, und also baut Intendant Bernd Gnann auf seine Heimat und lässt, nachdem sein Heinz-Erhardt-Programm ein großer Erfolg war, nun einen weiteren Solo-Abend folgen: "Bernd Gnann's Heimatabend".
 

Tatsächlich ist der aus Oberschwaben stammende Theatermann in Karlsruhe ein "Reingschmeckter" mit innerdeutschem Migrationshintergrund. Wenn man ihn so auf der Bühne sieht, wie er mit komödiantischer Verve und gespannter Konzentration seine Geschichten erzählt, möchte man wohl meinen, er habe sein heimisches Reichenbach (bei Bad Schussenried) nie verlassen. In unverfälschter Mundart serviert er Episoden und Anekdoten von hoher Unterhaltsamkeit: etwa von seinen Kumpeln Didi und Karle, mit denen er allerlei (auch ziemlich garstige) Lausbübereien ausgeheckt hat, von seinen ersten Amouren und der Liebe zur zunächst so spröden Gabriele, die er dann doch für sich gewann, oder vom greisen Herrn "Pfischterer", der im Traum seine eigene Beerdigung erlebt und daraus den Wunsch entwickelt, der Herrgott möge doch die Menschen ihr Begräbnis noch lebend genießen und erst danach sterben lassen Ein Zeugnis besonderer Heimatverbundenheit ist es, dass Gnann sich den Text von seinem einstigen Deutschlehrer und Förderer Thomas Beck schreiben ließ, der sich als Verfasser von Stücken und Kabarettprogrammen einen Namen gemacht hat und den treuherzigen, bisweilen wohl auch abgründigen Ton dörflicher Idylle überzeugend getroffen hat. Unklar bleibt freilich, ob das, was Gnann da erzählt, wirklich alles aus der Feder des Autors stammt, denn das virtuose Improvisationstalent des Schauspielers, der es glänzend versteht, mit seinem Publikum ins Gespräch zu kommen, wird da wohl so manche spontane Zutat ersonnen haben.

Immerhin gibt es so etwas wie einen dramaturgischen Rahmen: Da landet ein angetrunkener Hochzeiter im Theatersaal und sucht seine Braut, die Gabi, die ihm nach des Landes Brauch entführt worden ist. Natürlich findet er seine Holde nicht, aber die Suche nach ihr zieht sich durch den ganzen Abend. Daneben dann plaudert der Bräutigam, der sich durch tüchtigen Biergenuss immer neuen Schwung ansäuft, von einem Abenteuer zum nächsten, und Gnann entfaltet dabei ein bemerkenswertes Spektrum komischer Talente. So wird die Szene, in der er vom Antrittsbesuch bei Gabrieles wunderlicher Familie berichtet, zu einem köstlichen Bravourstück pointierter Figurengestaltung, bei dem er den bärbeißigen Vater, die nervös geschwätzige Mutter und den depperten Bruder seiner Braut porträtiert. Solche Momente praller Komik machen aus dem Abend ein kurzweiliges Vergnügen, das auch durch gelegentliche Längen und Überdehnungen nicht gemindert wird. 

Zur Auflockerung streut Gnann bisweilen ein paar Lieder ein, in die das Publikum animiert einstimmt, und besondere Würze erhält das Programm, wenn der "Hausrusse" Igor (Ernst Kies) immer mal wieder so alte oberschwäbische Volksweisen wie "Otshi tshornye" (Schwarze Augen) oder "Dorogoi dlinnoyu" (bekannter als "Those were the days, my friend") zum gefühligen Vortrag bringt. Echte alpenländische Heimatseligkeit kommt auf, wenn Gnann sich in ein schmuckes Dirndl wirft und mit einer Trachten-Handpuppe per Vollplayback durch ein karikiertes, ausgiebig bebildertes Panorama von "Heidi" bis "Bei uns in Tirol" schunkelt. Zwar ist auch da Oberschwaben weit weg, aber den Weg in die Heimat findet Gnann zum Finale mit einer augenzwinkernden Hymne an den Nährstand und seine eigenen Wurzeln: "Ich bin ein Bauer". 

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